Die Lebensversicherung ist während der Finanzkrise ebenfalls in eine Krise geraten. Noch nie wurden so viele Versicherungspolicen gekündigt wie heute – nach der Finanzkrise. Und auch führende Firmenchefs wie beispielsweise der Vorstandschef der Münchener Rück (weltweit größter Rückversicherer) Nikolaus von Bomhard beurteilen das Lebensversicherungsgeschäft eher distanziert in Sachen Rentabilität.

Trotz anhaltender Kündigungen bestehen nach wie vor ungefähr 90 Millionen Policen im Bereich Lebensversicherung in Deutschland. Das heißt, dass jeder Bundesbürger im Schnitt über mindestens eine Lebensversicherung verfügt. Das Thema Kapitallebensversicherung ist also nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des deutschen Altersvorsorgesystems.

Die Rentabilität ist allerdings infolge eines deutlich gesunkenen Zinsniveaus bei den festverzinslichen Anlagen ebenfalls deutlich gesunken. Während man beispielsweise vor 10 Jahren noch 100.000 Euro an Auszahlung bei einer Lebensversicherung mit 30-jähriger Laufzeit und 1.200,00 Euro Jahresbeitrag erhielt, sind es heute nur noch etwa 85.000,00 Euro. Damit ist die Rentabilität nicht nur für die Versicherer sondern auch für die Versicherten deutlich zurück gegangen.

Trotz dieser Entwicklung ist die Lebensversicherung als Altersvorsorge nicht ganz schlecht. Es gibt nämlich einen wichtigen Aspekt, den man vor lauter Renditegedanken oft aus dem Fokus verliert. Eine Lebensversicherung kann keinen Verlust machen, da sie in aller Regel ausschließlich auf festverzinsliche Wertpapiere setzt und somit niemals in die Verlustzone kommt, sofern der Versicherer nicht insolvent geht und die Lebensversicherung nicht vorzeitig gekündigt wird.

Besonders die vorzeitige Kündigung sorgt dafür, dass die durchschnittliche Rendite einer Lebensversicherung nicht sonderlich hoch ausfällt. Dies liegt vor allem auch daran, dass jede zweite Lebensversicherung vor dem Ende ihrer Laufzeit gekündigt wird – selten macht man sich beim Abschluss der Lebensversicherung Gedanken darüber, ob man diese wirklich allen Ernstes über 30 Jahre lang durchhalten kann und will. Oft passieren Dinge im Leben, die unvorhergesehen sind und die Auflösung der Lebensversicherung nötig machen – sei es um temporäre Löcher zu stopfen oder Anschaffungen zu finanzieren.

Insbesondere in der Krise erweist sich die Lebensversicherung als vergleichsweise sichere Geldanlage dann doch als sinnvoll. Nicht jedermann möchte die hohe Sicherheit allerdings mit einer solchen Ertragsschwäche erkaufen – hinzu kommen die oft sehr hohen Provisionen und Verwaltungsgebühren, die die Versicherer bei der Kapitallebensversicherung erheben und die dafür sorgen, dass der Rückkaufswert der Police anfangs sogar in den negativen Bereich rutschen kann, was dann für eine grottenschlechte Rentabilität sorgt.

Bei alledem ist die Risikolebensversicherung außen vor. Hierbei handelt es sich um ein wichtiges Produkt, das sowohl für die Versicherer als auch für die Versicherten profitabel und unverzichtbar ist. Es gibt keinen effektiveren Hinterbliebenenschutz als die Risikolebensversicherung, die mit ihren Beiträgen deutlich günstiger ist als die Kapitallebensversicherung.